Aderlass bei Hufrehe

Veröffentlicht am von

Aderlass bei Hufrehe

Der Aderlass,  und auch die Bluegeltherapie, gehören zu den Humoraltherapien (die Körpersäfte betreffend), die sowohl in der Naturheil- als auch in vielen Bereichen der Schulmedizin eingesetzt werden. Die Humoraltherapien gehören zu den ausleitenden Verfahren, die am Pferd vergleichbar häufig unschätzbare Dienste leisten können. Humoraltherapien nehmen direkt und indirekt auf jeweils bestimmte Körperflüssigkeiten Einfluss. Direkt, indem sie zum Beispiel Blut aus dem Körper ziehen und damit als Folge die Blutmenge reduzieren, und damit auch die Eigenschaften und die Zusammensetzung des Blutes beeinflussen. Indirekt, indem sie z. B. durch Reizsetzungen an bestimmten Stellen des Körpers Umverteilungen und Ausleitungen von Flüssigkeiten provozieren. Der Aderlass ist eine sehr alte und anerkannte Methode. Am Beispiel der Hufrehe lässt sich die Wirkung gut verdeutlichen. Er ist eine operative Öffnung eines blutführenden Gefäßes. Beim Pferd werden aus der Drosselvene ca. 4-8 Liter Blut (je nach Größe des Tieres) entnommen. Allerdings wird die Blutabnahme in der Regel an der mengenmäßigen Untergrenze gehalten, um das Risiko eines Kreislaufkollapses zu vermeiden. Aufgrund einer Entzündung der Huflederhaut, der Verbindung zwischen Hufbein und Hufhorn, kommt es zu erhöhten Flüssigkeitsansammlungen im Huf. Der Druck kann durch das relativ starre Gebilde des Hufes nicht weichen und es kommt zu einem Stau. Zweck des Aderlasses ist, das Blut zu verdünnen und den Körper des Pferdes zu veranlassen, neues, gesundes Blut zu bilden. Durch den Aderlass kommt es zu einer Reduzierung des Blutvolumens und damit zum zusammenziehen der Kapillaren. Dadurch gelangt weniger eiweißreiche Flüssigkeit über die Gefäße zum Entzündungsherd.  Der Pferdekörper ersetzt die fehlende Blutmenge zunächst durch Blutflüssigkeit. Erst zu einem späteren Zeitpunkt werden neue Blutkörperchen gebildet, wodurch eine Blutverdünnung eintritt. Ergebnis dessen ist, das das Blut schneller zirkulieren und durch die entsprechenden Gefäße, bzw. Kapillaren dringen kann. Durch diesen Vorgang wird der Anteil der prozentualen Gerinnungsfaktoren und Blutplättchen verdünnt und der Störung in der Huflederhaut entgegengewirkt.           

Der Organismus ist bestrebt, das Volumen in den Gefäßen wieder auszugleichen und entzieht dem Gewebe vermehrt Flüssigkeit, und somit auch die Flüssigkeit, die sich im Huf angesammelt hat. Durch diesen Vorgang werden verstärkt Gift- und Schlackenstoffe abgezogen und entsorgt und die krankheitsauslösenden Vorgänge verlangsamt. Die  blutgefäßverengenden Stoffe nehmen dadurch ab und der Heilungsprozess wird beschleunigt. Am sinnvollsten wird der Aderlass in der Anfangsphase der akuten Rehe durchgeführt wird. Die entnommene Menge an Blut kann im Anschluss durch eine Elektrolytlösung oder physiologische Kochsalzlösung ersetzt werden. Außer für die Behandlung der akuten Hufrehe eignet sich der Aderlass u. a. auch bei Kreuzverschlag, Lungenödemen, Chronischer Vergiftung, Störungen des Fettstoffwechsels, Ableitung bei Arthrose und bestimmten Allergien.
 

www.epos-therapie.de
www.care4vet.de
Copyright by Monika Ahrens-Fischer

Kommentare: 0

Das Schreiben von Kommentaren ist nur für registrierte Benutzer möglich.
Anmelden und Kommentar schreiben Jetzt registrieren